Backstage

Menis Arquitectos, Santa Cruz de Tenerife

Ausstellung
8. Dezember 2018 - 16. Januar 2019

Eröffnung
Freitag, 7. Dezember 2018, 18.30 Uhr

Ausstellungsort

Aedes Architekturforum
Christinenstr. 18-19
10119 Berlin

Öffnungszeiten

Di-Fr 11-18.30 Uhr
So-Mo 13-17 Uhr
Sa, 8. Dezember 2018, 13-17 Uhr

Zur Eröffnung sprechen
Dr. h.c. Kristin Feireiss
Aedes Architekturforum, Berlin
Ewa P. Porębska
Architekturkritikerin, Warschau
Fernando Menis
Menis Arquitectos, Santa Cruz de Tenerife

 

Aedes Kooperationspartner

 

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Fernando Menis nutzt für die Entwicklung seiner Architekturen bevorzugt plastische Materialien wie Ton, um aus ihnen in einem fortlaufenden Modellierungsprozess Gestalt und Dimension der Bauten zu entwerfen. Während seiner 40-jährigen Praxis sind daraus vielfältige Typologien entstanden, deren skulpturale Formensprache eine außergewöhnliche Ausdruckskraft besitzt. In der Ausstellung werden diese Modelle von geplanten wie realisierten Projekten des kanarischen Büros im Inneren eines begehbaren kubischen Raumes inszeniert. Darunter die Konzert- und Kongresshalle „CKK Jordanki” in Toruń/Polen, der Hotelkomplex „Bürchen Mystik” in der Schweiz oder das „Badeschiff” in Berlin. Die Installation widmet sich somit den kreativen Prozessen und innovativen Ansätzen, die die Arbeit von Menis Arquitectos so einzigartig machen.

Das bedeutende architektonische Werk von Fernando Menis umfasst unterschiedliche Typologien – von Wohnungen über Schulen, Kultureinrichtungen und Hotels bis hin zu Sportanlagen und öffentlichen Räumen. Mit ihrer asymmetrischen Anordnung von Beton- oder Steinstrukturen setzen viele seiner Gebäude markante Zeichen zeitgenössischer Architektur. Die massiven Baustoffe umschließen oft höhlenartige Innenräume, in denen das durch enge Öffnungen einfallende Tageslicht beeindruckende Licht- und Schatteneffekte erzeugt.


Außenansicht von CKK Jordanki, Toruń, Polen. © Jakub Certowicz

Fernando Menis arbeitet hauptsächlich mit Tonmodellen; Formfindung ist für ihn ein fortlaufender Prozess des Hinzufügens und Entfernens, der sich an programmatische Anforderungen, baulicher Rationalität und Kosteneffizienz orientiert. Charakteristisch für seine Arbeit ist neben der Wiederverwendung materieller Ressourcen die Einbeziehung der natürlichen, kulturellen und historischen Einflüsse des jeweiligen Ortes in den architektonischen Entwurfsprozess. Dementsprechend fügen sich die expressiven Baukörper sensibel in ihre Umgebung ein.


Modell von CKK Jordanki, Toruń, Polen. © Fernando Menis

In einer umfassenden Retrospektive präsentiert Aedes die kreativen Arbeitsprozesse von Menis Arquitectos, in denen Forschung und Experimente ebenso mit einbezogen werden wie der Anspruch an Innovation in Architektur und Städtebau. Zentrales Element von „Backstage“ ist eine begehbare Installation in Form eines 5x5x5 Meter großen kubischen Raums aus verschiedenen Baustoffen und -elementen. Im Inneren werden vielfältige Modelle, Pläne und Materialstudien ausgewählter Entwürfe gezeigt, die sich derzeit im Bau befinden oder in den letzten Jahren realisiert wurden, daneben Forschungsprojekte zu neuen Materialien, Techniken und Systemen.


Heiliger-Erlöser-Kirche, San Cristóbal de la Laguna, Teneriffa, Spanien. © Menis Arquitectos

Zu den jüngsten Projekten gehören „Bürchen Mystik“ (Bürchen, im Bau), ein Plan für den wirtschaftlichen Strukturwandel eines im Niedergang befindlichen Dorfes in den Schweizer Alpen, das Kultur- und Kongresszentrum „Jordanki“ (Toruń, 2015) mit seiner bahnbrechenden variablen Raumakustik und „Hatching“, der Prototyp einer Maschine, die durch die Gewinnung von Wasser aus der Luft Lebensräume in der Wüste ermöglicht, ohne dass dabei zusätzliche Energiekosten anfallen. Präsentiert wird darüber hinaus das Veranstaltungszentrum „Magma Arte & Congresos“ (Teneriffa, 2005), in dem dank seiner hervorragenden Anpassungsmöglichkeiten bereits unterschiedlichste Events stattfinden konnten – Automobilmessen ebenso wie wissenschaftliche Kongresse, Pop-Rock-Konzerte ebenso wie kammermusikalische Darbietungen. Auch ein bekanntes Berliner Projekt, an dessen Gestaltung Fernando Menis mitwirkte, ist Teil der Ausstellung: das „Badeschiff“ (Berlin, 2004), ein öffentliches Schwimmbad an der Spree.


Magma Art and Congress, Costa Adeje, Teneriffa, Spanien. © Simona Rota | Sacred Museum und Plaza Espana, Adeje, Spanien. © Simona Rota

Über Menis Arquitectos
Das Büro wurde 2004 von Fernando Menis in Santa Cruz de Tenerife gegründet. Bezeichnend für die Arbeit von Menis Arquitectos sind die respektvolle Berücksichtigung der Gebäudeumgebung, die innovative Verwendung traditioneller Baustoffe und kreatives Recycling sowie die markante Expressivität der Bauten bei gleichzeitiger Beachtung der Bedürfnisse und des Budgets der Bauherren. Fernando Menis absolvierte die Architekturhochschule ETSAB in Barcelona. Er ist Vorsitzender des Laboratorio de Innovación en Arquitectura, Diseño y Turismo Avanzado de Tenerife und Professor an der UEC (Universidad Europea de Canarias). Immer wieder tritt er als Redner bei internationalen Architekturkongressen auf und hält Gastvorlesungen, unter anderem an der Harvard University, der Technischen Universität Berlin, der Columbia 
University und der École Spéciale d'Architecture. Die Arbeit von Menis Arquitectos wurde mit renommierten Preisen ausgezeichnet und in zahlreichen Ausstellungen und Publikationen präsentiert.

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