JAM SESSION

Interdisziplinärer Ideenpool zum Entstehungs- und Wirkungsraum von Architektur

Datum:
Donnerstag, 29. November 2007, 19 Uhr

 

Aedes Kooperationspartner

 

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Begleitend zur Ausstellung „Überfunktion“ veranstaltet plan a mit der JAM SESSION einen Vortragsabend der besonderen Art – einen interdisziplinären und interaktiven Ideenpool. plan a lädt Protagonisten aus den Bereichen Architekturpraxis und –lehre, Kunst und Medien ein, um neue Perspektiven und ungewöhnliche Blickwinkel auf Architektur, ihren Entstehungsprozess und –kontext sowie ihre Vermittlung zu eröffnen. Jedem Vortragenden stehen zu Beginn nur wenige Minuten zur Verfügung, um eine grundlegende These, ein Projekt oder ein Statement zu präsentieren. In einer anschließenden Feedback-Runde werden die Positionen miteinander verknüpft – das Publikum ist dabei herzlich eingeladen, „mitzujamen“.

Moderation: Nadin Heinich & Franziska Eidner

IM POOL:
Matthias Sauerbruch (Architekt, Lehrender, Berlin)
Susanne Hofmann (Architektin, Gründerin der Baupiloten, TU Berlin )
Annett Zinsmeister (Künstlerin, Architektin, Professorin für Experimentelles Entwerfen, Berlin/Stuttgart)

Im ersten Teil der JAM SESSION geht es verstärkt um die Ausbildung von Architekten. Was macht einen guten Architekten aus? Wieviel und was davon kann oder sollte in der Architekturausbildung vermittelt werden? Wo sieht ein international erfolgreicher Architekt wie Matthias Sauerbruch, der gleichzeitig auch lehrt, die größten Defizite und Potenziale in der Architekturausbildung Deutschlands? Welche alternativen Lehrmodelle gibt es? Wird das Architekturstudium durch Initiativen wie die Baupiloten von Susanne Hofmann an der TU Berlin tatsächlich zum „praxisbezogenen Idealfall“ – was heißt das genau? Wird Architektur, z.B. in den USA, aus Sicht des Architekturtheoretikers Andreas Ruby, „besser“ gelehrt?

Teis Draiby (Architekt, Software-Entwickler, Kopenhagen)
Sebastian Baumgarten (Theater- und Opernregisseur, Berlin)
Martin Ostermann (Architekt, magma architecture, Berlin/London)
Christian Lagé (Gründer des Designstudios anschlaege.de, Berlin)

Für den zweiten Teil der JAM SESSION werden Projekte, Initiativen und Arbeitsweisen vorgestellt, die aus Sicht von plan a Anregungen zu einer größeren Offenheit in der Architekturpraxis und einem stärkeren Hinterfragen eingefahrener Arbeitsmethoden geben können. Der junge dänische Architekt Teis Draiby hat Computerprogramme entwickelt, durch die er Zeit – also z.B. Bewegungen im Raum – als operativen Faktor in den architektonischen Entwurf integrieren will. In der JAM SESSION stellt er seinen Ansatz einer „Durational Architecture“ vor. Auch der Theater- und Opernregisseur Sebastian Baumgarten setzt sich in seinen Inszenierungen stark mit verschiedenen Zeit- und Wirklichkeitsebenen auseinander. In der JAM SESSION spricht Baumgarten über die Bühne als kondensierten Wirklichkeitsraum. Während die Arbeiten von Draiby und in gewisser Weise auch von Baumgarten als Grundlagenforschung in der Architektur verstanden werden könnten, verdeutlicht Martin Ostermann von magma architecture (Berlin/London) in seinem Statement, dass experimentelle und interdisziplinäre Arbeitsweisen durchaus auch im Büroalltag Anwendung finden können. Interdisziplinär und unkonventionell arbeitet auch das Designstudio anschlaege.de. In zahlreichen Projekten haben sich die Grafik- und Kommunikationsexperten mit dem öffentlichen Raum auseinandergesetzt, mit der (Um-)Nutzung von architektonischen Ressourcen und dabei ihre Aufgabe als Gestalter sehr umfassend und disziplinübergreifend ausgeführt. Bei der JAM SESSION stellt Christian Lagé das jüngste Projekt von anschlaege.de vor: barmbek.tv, bei dem die Identifikation der Bewohner eines Hamburger Stadtteils mit ihrem Umfeld untersucht worden.