Langen Foundation

Raketenstation Hombroich - Neuss
Tadao Ando

 

Aedes Kooperationspartner

 

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Langen Foundation

Auf der ehemaligen Raketenstation im Kulturraum Hombroich entsteht eine weiteres herausragendes Architekturprojekt, das sich harmonisch in das Umfeld einpaßt. Aus Andos Sicht ein Erlebnis, das durch die Kombination einfacher Baumaterialien - Glas und Beton - einen Dialog zwischen Baukörper und Natur schafft.

Das Lebenswerk von Viktor und Marianne Langen bildet das Fundament dieses neuen Kunsthauses, für das der Japanische Architekt Tadao Ando beauftragt wurde. Im Frühjahr 2004 wird es fertiggestellt. Einer Auswahl der Sammlung Langen - moderne und japanische Kunst - wird die erste Ausstellung gewidmet sein. Ziel der Langen Foundation ist es, künftig ungewöhnliche Begegnungen zwischen der Kunst und der umgebenden Architektur anzuregen.

Die Architektur von Tadao Ando, ein gebauter Raum als eigenständige Plastik, und die Präsentation der Kunst im Inneren eröffnen die Möglichkeit wechselseitiger Erlebnisse. Architekt und Bauherrin ließen sich auf einen Planungsprozess ein, der im Wissen um den anderen die Eigenheiten stärkt. Ein prägnantes Architekturensemble von Per Kirkeby, eine Skulptur von Chilida und unverwechselbare Architekturen von Erwin Heerich stehen in enger räumlicher Beziehung zu diesem Haus.

Das Haus der Langen Foundation wird aus drei Teilen bestehen:
1. eine große Rotunde aus Beton mit einer kleinen Durchgangsöffnung
2. ein Betonkubus, der 3 m aus der Erde ragt, aber 6 m tief ins Erdreich dringt und zwei kirchenschiffartige Räume freigibt, durchschnitten von einer außen liegenden 40 m langen Freitreppe
3. eine anschließende 80 m lange Glasveranda mit innenliegendem Betonkern als weiterer Raum

Die drei baulichen Elemente verkörpern ideelle architektonische Positionen und markieren ebenso die inhaltlichen Positionen:
1. der Halbkreis ist symbolischer Ort des Empfangs, der inneren Versammlung und damit das Entree für die dahinter liegenden Gebäudeteile,
2. der in den Boden eingelassene Baukörper mit den zwei scheinbar eigenständige Kubaturen steht in Korrespondenz zur überformten Natur der ehemaligen Raketenstation mit ihren Erdwällen und Bunkern. Ando positioniert damit den Ort gleichzeitig neu. Unterstützt wird dies durch die Hängung im Inneren, der "Erdkörper" mit seinen 9 m hohen Raumwänden wird moderne und zeitgenössische Kunst zeigen.
3. Die Glasveranda eröffnet den Blick in die Natur und fördert unmittelbar den Dialog zwischen Innen und Außen, Naturbetrachtung, Architekturerlebnis und Kunstgenuss. Der im Betonkern verborgen liegende Langraum wird die japanische Sammlung Langen mit ausgewählten Objekten aufnehmen und kontemplativ arbeiten.

Tadao Ando beschreibt sein Werk wie folgt: An der Erft, die durch Neuss, eine Nachbarstadt Düsseldorfs fließt, liegt die gut mit der Umgebung harmonierende Museumsinsel Hombroich. Auf dem großzügigen Gelände sind einige kleine, von Erwin Heerich gestaltete Ausstellungsgebäude verstreut. Schon die Gebäude selbst können als eine Art Kunstwerk angesehen werden. Als ich diesen Ort zum ersten Mal besichtigte, war ich auf Anhieb von diesem sich mit der Natur im Einklang befindenden einzigartigen Museum beeindruckt. Sehr imponiert haben mir die Idee und ihre Verwirklichung. Der neue Museumsbau soll auf einem nahe gelegenen Gelände entstehen, auf dem sich früher eine Raketenabwehr-Basis der NATO befand. Meine Entwürfe sind deshalb darauf ausgerichtet, ein Objekt zu gestalten, das zu den bereits vorhandenen Gebäuden passt. Die Anlage besteht aus zwei Trakten, die über jeweils einen Ausstellungsraum verfügen sollen. Der für die permanente japanische Sammlung bestimmte Trakt wird in einer Doppelschicht-Struktur gebaut, d.h. er besteht aus einem Betonkasten, der mit Glas kombiniert wird. Die für Sonderausstellungen vorgesehenen anderen Räume schließen sich dem Haupttrakt seitlich in einem Winkel von 45 Grad an. Es werden zwei dieser Nebentrakte entstehen, die parallel zu einander gebaut werden. Die untere Hälfte dieser Trakte befindet sich unter der Erdoberfläche. Der Trakt mit einem schmalen Raum für die japanische Ausstellung wird rundum von hochgezogenen Glaswänden und einem Gang umgeben sein. Durch einen Korridor, der an eine Holz-Terrasse der traditionellen japanischen Architektur erinnert, soll ein Ort entstehen, an dem der Besucher die Möglichkeit hat, die Umgebung und die Landschaft auf sich wirken zu lassen. Der am Wasser gelegene Eingangsbereich soll zu einem Ort der Ruhe werden. Die Ausstellungsräume geben den Besuchern die Möglichkeit, auch die Exponate in aller Ruhe zu besichtigen. Mein Hauptziel war ein Objekt zu schaffen, das zwar eine große Fläche einnimmt, aber die Umgebung nicht beeinträchtigt. Ein Bauwerk, das eine einfache Form aufweist und mit seiner Umgebung harmoniert. Ich wünsche mir sehr, dass diese Anlage zu einem neuen Anziehungspunkt im Kulturraum Hombroich wird.  

Die Ausstellung zeigt Zeichnungen, Modelle, Fotografien und Interviews mit dem Architekten. 

Aedes West, Savignyplatz, S-Bahnbogen 600, 10623 Berlin