Working Title: BRICK

kister scheithauer gross

Ausstellung
18. September - 11. November 2021

Eröffnung
Information erfolgt über den Newsletter

Es sprechen
Dr. h.c. Kristin Feireiss Aedes, Berlin
Jörn Walter stellv. Direktor der Sektion Baukunst,
Akademie der Künste, Berlin
Prof. Johannes Kister & Prof. Susanne Gross kister scheithauer gross, Köln

Ausstellungsort
Aedes Architekturforum
Christinenstr. 18-19
10119 Berlin

Öffnungszeiten
Di–Fr 11–18.30 Uhr
So–Mo 13–17 Uhr
Sa, 18. September 2021, 13–17 Uhr

 

Aedes Kooperationspartner

 

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Vor 25 Jahren entstand mit dem Institut für Biologie in Halle der erste Ziegelbau von kister scheithauer gross. Der nachgebildete Abbruchziegel der Fassade verortet sich wie selbstverständlich in der Innenstadt und steht auch heute noch von der Zeit unbeschadet da. Dies ist der Ausgangspunkt der Ausstellung, die frühere Ziegelbauten des Büros erneut zeigt sowie aktuelle Projekte und Bauten vorstellt.

Bauen in Backstein impliziert eine Anpassungsfähigkeit an den Ort und seine Atmosphäre ebenso wie an soziale Strukturen. Oft sind die regionale Identität und der Charakter der Städte mit einem spezifischen Ziegel verbunden. Backsteinmanufakturen sind in Zeiten digitaler Produktion heute fast anachronistische Stätten, an denen mit viel Handarbeit elementare Arbeitsvorgänge stattfinden und der Backstein durch den Brand von Mineralien in der Lehmerde seine besondere sandfarbene, rot-orange oder gelegentlich grünliche Färbung erhält. So ist jeder Ziegel ein Unikat und trägt als haptisch reiches Produkt dazu bei, dass das architektonische Projekt auch eine eigene Geschichte erzählt. Die Ausstellung präsentiert anhand von filigranen Papiermodellen auf Backsteinsockel acht Projekte von kister scheithauer gross, die seit einem Vierteljahrhundert mit dem ebenso nachhaltigen wie sinnlichen Material entwerfen und arbeiten.

Die Herangehensweise:

Jedes Projekt, jedes Gebäude hat eine eigene Entstehungsgeschichte. Die Farbe, die Größe und der Verbund der Backsteine bilden zusammen mit der Fuge, die in Breite und Färbung das individuelle Ziegelbild komplettiert, eine unverwechselbare Einheit. Man muss vom Baukörper aus denken und dazu eine Vorstellung des Ziegels entwickeln und so eine Oberfläche entwerfen. Wenn nicht vom Volumen aus gedacht wird, bleibt die Fassade nur eine Tapete. Ziel ist es, dass der Backstein eine architektonische Wirkung entfaltet und Teil der Gesamtkomposition wird.

Neben der Leibniz School of Education (LSE), Hannover, dem Alfred-Wegener-Institut (AWI), Bremerhafen, dem Centre for Ageing, Reliability and Lifetime (CARL), Aachen und dem Bernhard-Nocht-Institut (BNI), Hamburg, werden in der Ausstellungsinstallation, die sich selbst als ein Gebäudegrundriss aus Backstein darstellt, folgende Projekte und Bauten gezeigt:

Das HolidayInn in der Hafen City Hamburg ist gekennzeichnet von dem Gegenspiel der rhythmischen Fassadenstruktur aus Pfeilern und Lisenen in einem bläulich-rotvioletten Backstein und der variablen Anordnung der Fensterelemente, welche die Fassadenabwicklung unterbrechen und ihr somit eine einzigartige Dynamik verleihen.


HolidayInn, Hamburg; Foto: HGEsch

Der hellrosa-beige Backstein des neuen Labor-, Lehr- und Bürogebäudes BIOM der Universität Bremen frischt die dunkelfarbigen Steine der Umgebung sichtbar auf. Der Ziegel als Dünnformat betont die Länge des Gebäudes und verleiht diesem zusätzlich die notwendige Leichtigkeit.


Labor-, Lehr- und Bürogebäudes BIOM, Bremen; Rendering KSG

Durch eine elegante Fuge setzt sich der Neubau der WiSo-Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Köln vom Altbau ab, nimmt jedoch in der Rhythmisierung und Materialität der Fassade in bräunlich-lehmfarbenen Ziegel den Bezug zu diesem wieder auf.


WISo-Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Köln; Foto: HGEsch

Das aus Kreis-Geometrien gebildete Wohngebäudeensemble ZWEI in Hannover erzeugt durch die rhythmisierte Anordnung der auskragenden Gesimse eine Dynamik des Aufstrebens. Der hellbeige-rote Terrakotta-Ton des Backsteins vermittelt den Eindruck von „handgearbeiteten“ Töpfergefäßen


Wohngebäudeensemble ZWEI, Hannover; Rendering KSG

Das Büro
kister scheithauer gross steht für den intensiven Dialog von Ort und Typologie. Aus diesem übergeordneten Kontext werden aus abstrakten Visionen konkrete Bauskulpturen entwickelt, deren Zeichenhaftigkeit Ort und Typus prägt.

Als junge Kölner Architekten gründen Johannes Kister und Reinhard Scheithauer 1992 das Büro Kister Scheithauer & Partner. Susanne Gross unterstützt ab 1997 als dritte Partnerin das Büro, das nun unter dem Namen kister scheithauer gross firmiert. Susanne Gross lehrt Entwurf an der Universität in Wuppertal, ebenso Johannes Kister an der Hochschule Anhalt am Bauhaus in Dessau. Der dortige Campus in seiner städtebaulichen und architektonischen Gestalt wurde durch das Büro wesentlich geprägt.

Von den Standorten Köln, Leipzig und Berlin aus befassen sich fast 100 Architekten/innen bundesweit mit der Realisierung und Transformation von Hochbauten, der Entwicklung städtebaulicher Konzepte und dem Interior Design. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Planung hochspezialisierter Labor- und Institutsbauten für die deutsche Forschungslandschaft. So stammen etwa zwei der vier Hochsicherheitslabore der Stufe BSL 4 in Deutschland von kister scheithauer gross. Beispielhafte Projekte bilden die Doppelkirche in Freiburg, das „Siebengebirge“ in Köln, der Hochschul-Campus Bremerhaven und Köln, das Händelhaus-Karree in Halle/Saale und der Masterplan für das Gerling-Areal in Köln. Mit der Transformation des Quelle-Komplexes von Ernst Neufert in Nürnberg als zweitgrößtes Gebäude der Bundesrepublik und der Neubebauung des Laurenz-Carrés gegenüber des Südportals des Doms in Köln reihen sich weitere Meilensteine in die Bürogeschichte ein.

 

Unterstützer

Für die Unterstützung der Ausstellung danken wir:


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