INTENCITY

Jean-Paul Viguier et Associés, Paris

Ausstellung
4. Mai - 13. Juni 2019

Eröffnung
Freitag, 3. Mai 2019, 18.30 Uhr

Ausstellungsort

Aedes Architekturforum
Christinenstr. 18-19
10119 Berlin

Öffnungszeiten

Di-Fr 11-18.30 Uhr
So-Mo 13-17 Uhr
Sa, 4. Mai 2019, 13-17 Uhr

Zur Eröffnung sprechen
Dr. h.c. Kristin Feireiss
Aedes Architekturforum, Berlin
Martha Thorne
Geschäftsführende Direktorin, Pritzker Architekturpreis, Madrid
Jean Paul Viguier
Architekt, Paris


INTENCITY Dialogue

Zeit:
Freitag, 3. Mai 2019, 17:30 – 18.15 Uhr
Ort: ANCB The Aedes Metropolitan Laboratory, Christinenstraße 18–19, 10119 Berlin


Nach der Revision des "World Urbanization Prospects" im Jahr 2018 werden im Jahr 2050 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Der Architekt und Stadtplaner Jean Paul Viguier regt mit seinem Manifest "IntenCity" zu einer neuen Debatte über die Methoden der Stadtplanung an: Wie können Stadtplaner und Architekten in verantwortungsvoller Weise auf die wachsende Bevölkerung und die daraus resultierende Bevölkerungsdichte und Intensität in den Städten reagieren? Jean Paul Viguier und Martha Thorne diskutieren über die jüngsten Herausforderungen und innovative Vorschläge, um zu einem Umdenken in der aktuellen Entwicklungspolitik der urbanen Ballungsräume anzuregen.

Begrüßung und Einführung
Dr. h. c. Kristin Feireiss Aedes Berlin

Dialog
Martha Thorne
Geschäftsführende Direktorin, Pritzker-Architekturpreis, Madrid
Jean-Paul Viguier Architekt, Paris

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Der Eintritt ist frei. Bitte melden Sie sich an unter: reply@ancb.de

 

Aedes Kooperationspartner

 

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Jean-Paul Viguier & Associés wurde 1992 in Paris gegründet und gehört zu den international erfolgreichsten Architekturbüros aus Frankreich. Einem globalen Ansatz folgend entwirft und entwickelt das Büro Projekte, die sowohl Architektur und Stadtplanung als auch Landschaftsgestaltung und Innenarchitektur umfassen. Mit dieser Ausstellung präsentiert Jean-Paul Viguier sein Manifest „IntenCity“: Wie können Stadtplaner und Architekten in verantwortungsvoller Weise auf die wachsende Bevölkerung und die daraus resultierende Bevölkerungsdichte und Intensität in den Städten reagieren? Die spielerische Installation erläutert das „IntenCity“-Manifest in vier Themenfeldern: „Historisch-Urbane Intensität“, „Architektonische Intensität“, „Landschaftliche Intensität“ und „Demografische Intensität“. Die Themen werden durch vier ausgewählte Projekte des Büros illustriert: dem Espace Claude Monet in Rouen (2012), dem Einkaufs- und Freizeitzentrum Confluence in Lyon (2012), dem Stadtviertel MUSE in Metz (2018) und dem NEO-Europea Quartier in Brüssel (2025).

Viguier sieht die entscheidende Herausforderung für Architekten heute darin, mit der wachsenden Bevölkerung sowie der zunehmenden Bevölkerungsdichte und Intensität verantwortungsbewusst umzugehen, wenn nach der Prognose des Fachbereichs für Stadtplanung und Entwerfen der Harvard University für das Jahr 2050, rund 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben werden.

Die Ausstellungsinstallation beginnt mit der Erläuterung des Konzepts von „IntenCity“ und legt die wesentlichen Arbeitsmethoden und Prinzipien des Büros dar:

Das Manifest „IntenCity“ von Jean Paul Viguier
Etymologisch bezieht sich der Begriff „Intensität“ - in Abhängigkeit vom Kontext, in dem er verwendet wird - auf Maße und Mengen sowie Stärke und Kraft. Der Begriff der „Intensität“ wird hier als Maßstab auf die Architektur angewendet. Er bezieht sich hier im wesentlichen auf historische, geografische, urbane und nutzungsbezogene Eigenschaften. Viguier erklärt: „Das Konzept von „IntenCity“ kann auf verschiedene Maßstäbe angewendet werden, die von einem multifunktionalen Gebäude, über einen Stadtteil mit allen zentralen Funktionen einer Stadt, bis hin zu einem „Fragment“ der Stadt reichen können. Es umfasst die regenerativen Fähigkeiten eines gesamten Stadtgebietes nach denselben Prinzipien: Ökonomie einer Fläche, Multifunktionalität eines Projektes und die daraus resultierende städtische Dichte innerhalb eines gestalteten Landschaftsraumes, bei der schließlich alle Elemente des Projekts gleichzeitig realisiert werden“.


MUSE/Metz © links: Fabrice Fouillet rechts: Takuji Shimmura

Viguiers Manifest wird in der Ausstellung am Beispiel folgender Projekte des Büros veranschaulicht:
Espace Claude Monet in Rouen (2012)Das neue, multifunktionale Gebäude befindet sich nahe der Kathedrale von Rouen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Das Raumprogramm umfasst Stadtwohnungen, Geschäfte, eine Galerie, Büros und eine öffentlich zugängliche Aussichtsterrasse. Überregionale Anerkennung erhielt das Projekt für die kontextbezogene Gestaltung der Fassade, die überwiegend aus einheimischem Naturstein besteht. Die massiven Wände dieses Hauptbaukörpers werden durch ein zweigeschossiges Volumen aus schwarzem Zink gekrönt, deren Terrasse dem Publikum einen Blick auf die Kathedrale und die Stadt ermöglicht.

Einkaufs- und Freizeitzentrum Confluence in Lyon (2012)
Das Projekt liegt auf dem ehemaliges Gelände eines Industriegebiets im Lyoner Stadtteil Confluence, wo die Saône in die Rhone fließt. Ein neu geschaffenes, gigantisches Dach überspannt das multifunktionale Projekt, das ein Parkhaus, Geschäfte, ein Kino, Restaurants und ein Hotel beinhaltet. Die wichtigste Zugverbindung führt hier direkt durch das Gebäude und verwandelt es dadurch in ein urbanes Markenzeichen, indem die Bewegung der Züge in die Stadtlandschaft integriert wird. Das neue zeichenhafte Gebäude und der neue Verkehrsknotenpunkt wirken als Generator, der diesem Teil der Stadt Lyon eine eigene, charakteristische Identität verleiht.

MUSE – Amphitheatre District in Metz (2018)

MUSE ist das pulsierende Herz des neuen Stadtviertels rund um das Centre Pompidou in Metz. Das Projekt bietet eine Vielfalt an unterschiedlichen Nutzungen für Wohnen, Gewerbe, Läden, Freizeit und Kunst. Der Entwurf besteht aus einer Gruppe von städtischen Wohnblocks mit verschiedenen Funktionen; auf der Straße wechseln sich Gewerbefassaden mit Eingängen zu Mehrfamilienhäusern ab. Über den Geschäften befindet sich ein sorgfältig angelegter Garten, der vom Erdgeschoss aus sichtbar ist und von den Mietern als private Terrasse genutzt wird. Durch die Nähe zum Centre Pompidou profitiert MUSE von der existierenden Kunst- und Kulturszene, repräsentiert zum Beispiel durch das monumentale Werk des Künstlers Julio Le Parc, das über der Eingangsrotunde hängt.

NEO-Europea Stadtviertel in Brüssel (2025)
Das NEO-Europea ist eine städtebauliche Neuinpretation: ein landschaftlich-grüner Bezirk, der gleichzeitig einen Ort zum Leben und ein touristisches Ausflugsziel, mit Wohnen, Shopping, Bildung, Kunst und Sport, rund um das legendäre Brüsseler Atomium, bietet. Die moderate Gebäudehöhe wird am Rande durch einen 80 Meter hoher Wohnturm überragt, der den Blick auf die Umgebung und die  Sportplätze freigibt. Die Baumaterialien wurden so aufeinander abgestimmt, dass sie sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Die Gestaltung der Außenräume wurde durch die Landschaftsarchitektin Kathryn Gustafson (Gustafson Porter+Bowman's, London) konzipiert. Sie sind geprägt durch eine Folge von großen öffentlichen Freiflächen und einer Reihe von Wasserspielen mit integrierten Ruhezonen, Promenaden und Spielflächen für Kinder.


Neo-Europea/Brussels ©Jean-Paul Viguier et Associes/Golem Images

Über das Büro
Jean-Paul Viguier et Associés ist ein international renommiertes Büro für Architektur und Stadtplanung und wurde 1992 in Paris gegründet. Zur Philosophie des Büros gehört die Förderung von Generationen-übergreifenden Strukturen und beschäftigt derzeit 160 Mitarbeiter aus 17 Ländern unter der Leitung von Jean-Paul Viguier und seinen zwölf Partnern.

Zu den vielbeachteten Arbeiten des Büros gehören: der französische Pavillon auf der Weltausstellung in Sevilla (1992); der Hauptsitz von France Télévisions (1998) und der Parc André-Citroën (2000) in Paris; die Zwillingstürme von Coeur-Défense (2001); die Sofitel Magnificent Mile in Chicago (2002); das McNay Museum of Modern Art in San Antonio; TX (2008) - das erste amerikanische Museum für moderne Kunst, das von einem französischen Architekten gebaut wurde; der Maroc Telecom Tower in Rabat (2012); der SFR Campus in Saint-Denis (2013); der Majunga Tower in La Défense (2014); der Oncopole und das Institut Universitaire du Cancer in Toulouse (2014) und vieles mehr.

Zu den aktuellen Arbeiten zählen: Jo&Joe (2019), die erste offene Holzbaukonstruktion in Frankreich; Hypérion, einer der größten Wohntürme (57 Meter) aus Holz in Bordeaux (2020); das Stadtviertel Neo-Europea in Brüssel (2025) - das neugestaltete Gelände der Weltausstellung 1958 um das Atomium; der Hauptsitz von Vinci in Nanterre (2021) und der Hauptsitz von Orange in Issy-les-Moulineaux (2020); die Zentrale für Vermögensverwaltung der Banque de France in La Courneuve (2018); ein Büroturm in Casablanca (2022) und das IoT Valley in Toulouse (2020).

Viele der Werke von Jean-Paul Viguier et Associés sind eng mit dem vorhandenen Kontext verbunden und repräsentieren einen Teil seiner Reflexion über den Zusammenhang zwischen kulturellem Erbe und zeitgenössischer Architektur, so zum Beispiel: das Archäologische Museum Pont du Gard (2000); das Naturkundemuseum in Toulouse (2008); die kanadische Botschaft und das Kulturzentrum in Paris (2018) sowie die Neugestaltung des Modehauses Chanel in Paris (2019).

Auszeichnungen

Jean-Paul Viguier wurde mit dem „Grand Prize Cities Monitor“ für den Parc André-Citroën ausgezeichnet, erhielt den „Prix de l’équerre d’Argent of Architecture” für sein Hotelgebäude in der Rue d’Aubervilliers im 19. Bezirk in Paris. Er erhielt den „Architectural Record- Business Week Award“ in New York für den Hauptsitz von Astra Pharmaceutical in Rueil-Malmaison. Das Sofitel Chicago Water Tower Projekt erhielt 2003 "the best building since ten years award" („Award für das beste Gebäude des Jahrzehnts“) vom AIA Chicago, wurde vom American Institute of Architects auf die Liste der "150 favorite buildings of America" („150 Lieblingsgebäude Amerikas“) gewählt und gewann den MIPIM Award 2005. Das archäologische Museum am Pont du Gard wurde zur „Grand Site de France“ ernannt. Viguier wurde 1993 in die Academy of Architecture gewählt und hielt den Vorsitz von 1999 bis 2002 inne. Er ist Gründungsmitglied von AFEX (Französisches Netzwerk für Architekturexport). Er wurde vom AIA (American Institute of Architects) 2001 zum Ehrenmitglied ernannt und war Honorarprofessor an der Tongji University in Shanghai, China.