DEUBAU 2010

Holzbausystem zur energetischen Sanierung

Das Forschungsprojekt TES EnergyFacade


 
Ein Holzbausystem aus großformatig vorgefertigten Elementen zur energetischen Sanierung der Gebäudehülle im Bestand ist Ziel eines Forschungsprojektes mit Teilnehmern aus Deutschland, Finnland und Norwegen. TES EnergyFacade heißt es und soll bis Ende 2009 abgeschlossen sein. Beteiligt sind Lehrstühle der Technischen Universität München, der Helsinki University of Technology, der Norwegian University of Science and Technology sowie verschiedene Institute, Unternehmen und Planungsbüros der jeweiligen Länder.

Neben der Entwicklung prototypischer Lösungen soll nicht weniger als die Grundlage eines Bausystems für ganz Europa geschaffen werden. Vorrangig wird es der Renovierung von Bestandsgebäuden dienen, die zwischen 1950 und 1980 errichtet wurden. Durch die Entwicklung von Vorfertigungsmethoden für die Renovierung wird es möglich, die Baukosten genauer zu definieren und die Bauzeiten vor Ort stark zu verkürzen - zudem lässt sich die Gebäudehülle erheblich aufwerten.

Das Forschungsprojekt beinhaltet die systematische Erfassung des Bestandes, die Sanierungsplanung, die Realisierung und den Betrieb von Bestandsgebäuden. Nach der Erhebung präziser Daten mit Hilfe moderner Messtechniken wie Photogrammetrie und Laserscan werden anhand von 3D-Modellen Sanierung und Unterhalt geplant und anschließend die Bauteile gefertigt.

Maßgeblich beteiligt am Projekt TES EnergyFacade ist das in Hopferau ansässige Holzbauunternehmen Ambros. Mit der Verwandlung eines Mehrfamilienhauses von 1963 schuf es einen Prototyp, den die Deutsche Energie-Agentur dena als vorbildlich bezeichnet. Die Sanierung des in die Jahre gekommenen Hauses vollzog sich in einem Bruchteil der üblichen Bauzeit, die Außenmontage der vorgefertigten Holzelemente minimierte die Staubbelastung. Eine attraktive neue Hülle senkte den Energiebedarf auf Passivhaus-Standard.

Holz lässt sich einfach bearbeiten und ist individuell anpassbar, bei der Herstellung der Fassadenelemente wird wenig Energie verbraucht. Mit der Modernisierung eröffnet sich ein großer Markt für den Holzbau. Im Rahmen des Forschungsprojektes werden regionale Erfahrungen aus Wissenschaft und Industrie gebündelt und es können einheitliche Konstruktionsstandards definiert werden.

Bildnachweis: Anton Ambros, Hopferau