Special: The Golden Age

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Text: Jasmin Jouhar, 12.12.2013

Im Mittelalter symbolisierte es die Herrlichkeit Gottes: Gold. In den Kirchen standen Altäre, prachtvoll mit echtem (Blatt-)Gold verziert. Die Messe lasen Priester in mit Goldfäden bestickten Gewändern. Und die über und über mit Gold und Edelsteinen besetzten Skelette aus römischen Katakomben? Wurden als Heilige verehrt, sind aber vor allem Sinnbilder für die Vergänglichkeit irdischen Daseins. In jedem Fall hat der Tod niemals besser ausgesehen als in dem Buch Heavenly Bodies von Paul Koudounaris, das jüngst im Verlag Thames & Hudson erschienen ist und uns einen schaurig-schönen Einstieg ins Thema liefert.

Was glänzt
Im Design ist es meist Messing, was glänzt. Richtiges Gold hat in der Einrichtungswelt einen etwas zweifelhaften Ruf, (echt) vergoldete Möbel und Wasserhähne stehen für einen nicht ganz gefestigten Geschmack. Wer sich damit einrichtet, gerät leicht in den Verdacht, mit seinem Vermögen zu protzen. Messing dagegen hat wie andere bunte Metalle auch in den vergangenen Jahren eine rasante Karriere hingelegt: Tableware, Tische, Leuchten, Brillen, Beschläge, Schalter, ja, ganze Fassaden und Dächer glänzen metallisch. Manchmal glatt poliert und strahlend, manchmal matt und gedämpft mit Patina. Ob diese Renaissance des Goldes in Einrichtung und Architektur etwas mit der Entwicklung des Goldpreises zu tun hat, der bis vor einem Jahr keine Grenze nach oben zu kennen schien? Im Moment setzen Anleger zwar eher auf Betongold, doch wir finden: Echtgold hat seine Reize. Aber sehen Sie selbst in unserem großen Weihnachtsspecial The Golden Age und erfahren Sie mehr über finnische Winterbräuche, Sessel mit kriegerischer Vergangenheit und einen Pavillon mit glänzender Fassade.

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