Special: Modulares Leben

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Text: Stephan Burkoff, 28.11.2013

Es ist der 20. November 1998. Das russische Weltraummodul Sarja tritt in die Erdumlaufbahn ein – als erster Baustein der internationalen Forschungsstation ISS. Zwei Wochen später dockt eine Space-Shuttle-Crew das US-Modul Unity an. Bis heute folgten weitere Beiträge aus Europa und Japan – bald wird auch China dazukommen. Die ISS ist damit einerseits ein Paradebeispiel für Völkerverständigung, für den menschlichen Entdeckertrieb und vor allem für an der Sache orientierter Kooperation. Andererseits bleiben ethische Fragen offen: Gesamtkosten von mehr als 100 Milliarden Euro für Reisen ins All, während Millionen von Menschen auf der Erde weder über sauberes Wasser noch über genügend Nahrung verfügen? Und auch wenn bei den rund 1.200 im Orbit durchgeführten Experimenten bisher anscheinend keine bahnbrechenden Erkenntnisse errungen wurden: Die ISS ist eines auf jeden Fall: ein geglücktes Designexperiment. Ihre modulare Bauweise ist intelligent und wegweisend zugleich.

Verschiedene Teile zu einem Ganzen zusammenzufügen, ist dabei nur eine Seite des Themas. Das Prinzip der Modularität kann noch viel mehr. In der Architektur, dem Interiordesign, dem Produktdesign oder in der Mode gehört es seit Jahrzehnten zum Standardprogramm. Im Jahr 2013 gilt Individualisierung als einer der globalen Megatrends. Niemand kauft mehr gerne Dinge von der Stange. Wer heute Erfolg am Markt haben will, muss Produkte schaffen, die sich adaptieren lassen, sich auf verschiedene Bedürfnisse einstellen können und vor allem: die sich einem dynamischen, individuellen Lebensstil anpassen.

Das Ergebnis sieht zugegeben nicht immer aus wie von unserem Heimatplaneten Erde. Und doch: Keines der Beispiele für modulare Gestaltungskonzepte, die wir Ihnen in unserem Special Modulares Leben zeigen, ist Science Fiction.

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